Forschung auf dem Gebiet der Rehabilitation schwerst neurologisch erkrankter Patienten


Forschung auf dem Gebiet der Rehabilitation schwerst neurologisch erkrankter Patienten (Phase B und Langzeitpflege von Wachkoma-Patienten)

 

Ereigniskorrelierte Potentiale bei Patienten im Wachkoma (vegetative state) und im Status minimalen Bewusstseins (minimally conscious state) im chronischen Stadium
Gernot Mayrhofer, Michael Adamaszek, Hartwig Woldag

 

Mit Hilfe ereigniskorrelierter Potentiale konnte gezeigt werden, dass auch bei Patienten, die die klinischen Kriterien des Wachkomas erfüllen, eine semantische Verarbeitung stattfinden kann. Dies trifft jedoch nur für einen Teil der Wachkomapatienten zu. Im Gegensatz dazu konnte eine derartige semantische Verarbeitung bei allen Patienten im minimally consicous state (MCS) nachgewiesen werden (Perrin et al. 2006). Die bisherigen Untersuchungen sind ganz überwiegend bei Patienten im akuten bzw. subakuten Stadium nach der Hirnschädigung durchgeführt worden.

 

Auf dem Gelände des NRZ Leipzig befindet sich mit dem Hannelore-Kohl-Haus ein Pflegeleitzentrum für Wachkomapatienten. Die Mehrzahl der dortigen Bewohner befinden sich zum Teil bereits mehrere Jahre im persistierenden vegetativen Status. Bei einigen konnte jedoch auch klinisch eine leichte Verbesserung im Sinne der Aufnahme eines Blickkontaktes beobachtet werden.

 

In der vorliegenden Studie sollen ereigniskorrelierte Potentiale (EKPs, P300) bei Patienten in MCS und im persistierenden vegetativen Status (PVS) bei Reizung durch neutrale Töne unterschiedlicher Frequenz abgeleitet werden. Darüber hinaus sollen für den Patienten bedeutungslose Namen und der eigene Name einerseits durch eine neutrale Stimme und andererseits durch den hauptsächlich betreuenden Verwandten vorgelesen werden. Für die Darbietung des eigenen Namens konnten deutliche Änderungen der Potentiale gezeigt werden, sodass auch eine emotionale Reaktion auf den eigenen Namens angenommen wird. Bisher wurden die Versuche immer von einer neutralen Stimme vorgelesen (Perrin et al. 2006). Die Studie soll eine Aussage zur verbliebenen Verarbeitungsfähigkeit akustischer Reize bei den schwer hirngeschädigten Bewohnern des Hannelore-Kohl-Hauses im chronischen Stadium liefern.