Rehabilitation bei Funktions-störungen von Hand und Arm


Rehabilitation bei Funktionsstörungen von Hand und Arm

 

 

Wann kommt es zu Funktionsstörungen der Hand?
 
Am häufigsten entstehen Gebrauchsstörungen der Hand in der Folge von Erkrankungen des Gehirns. Typischerweise führen ein Schlaganfall, ein Hirntumor, eine Verletzung oder eine Entzündung des Gehirns zu einer Lähmung oder Koordinationsstörung der Hand. Auch die Parkinson´sche Krankheit oder Erkrankungen des Rückenmarks oder einzelner peripherer Nerven bewirken funktionelle Beeinträchtigungen der Hand. In vielen Fällen sind neben der Hand auch der gesamte Arm und das Bein betroffen.

 

 

Was sind die Folgen?

Der Betroffene leidet unter der verminderten Einsetzbarkeit seiner Hand und seines Armes im Alltag. Das morgendliche Zähneputzen oder Rasieren können ebenso beeinträchtigt sein wie Schreiben oder Autofahren. In vielen Fällen führen Funktionsstörungen der Hand zu wachsenden Problemen im Berufsleben oder Beeinträchtigungen bei den Hobbies; manchmal wird der Betroffene sogar von fremder Hilfe abhängig. 

 

Um die Restfunktionen zu trainieren, überfordern viele Patienten ihre betroffene Hand durch nicht sinnvolle Übungen, die oftmals sogar zu einer beträchtlichen Verschlimmerung der Beschwerden führen können. Schwellungen, Überwärmungen und Schmerzen sind weitere häufige Folgen.

 

 

Was sind die Behandlungsziele?

  • Abbau einschränkender Funktionsstörungen von Hand und Arm
  • Wiederherstellung möglichst natürlicher Bewegungsabläufe 
  • Integration der verbesserten Handmotorik in komplexere Bewegungsabläufe wie z.B. das Greifen
  • Steigerung von Lebensqualität, Lebensfreude und Bewegungsfreiheit in Alltag und Beruf

 


Wie behandeln wir Bewegungsstörungen der Hand?
 
Eine erfolgreiche Rehabilitation der funktionsbeeinträchtigten Hand muß die Abläufe der Funktionserholung im zentralen und peripheren Nervensystem berücksichtigen. Das NRZ Leipzig verfügt über eine Abteilung, die sich speziell der Rehabilitation von motorischen und sensiblen Störungen der Hand widmet und von Ärzten, Krankengymnasten und Ergotherapeuten gestaltet wird. Der Ärztliche Direktor des NRZ, Herr Prof. Dr. Hummelsheim, forscht seit mehr als zwei Jahrzehnten auf dem Gebiet der Handmotorik. 
 
Unter Berücksichtigung wissenschaftlicher Erkenntnisse zu den Grundprinzipien des motorischen Lernens und der Plastizität des Zentralnervensystems wurde für Patienten mit Lähmungen von Arm und Hand ein spezielles sog. "repetitives sensomotorisches Training" entwickelt, das zunächst einfache Bewegungen wiederholend übt, bis der Patient sie wieder zuverlässig beherrscht. Darauf aufbauend werden Bewegungen trainiert, die allmählich rascher, kraftvoller und größer gewählt werden. Schließlich werden die sicher beherrschten einfachen Bewegungen zu Komplexbewegungen zusammengesetzt und in sinnvolle Bewegungsfolgen und Handlungen eingebaut. Das "repetitive sensomotorische Training" wird zusätzlich zu einem krankengymnastischen Übungsprogramm durchgeführt und beschleunigt den Verlauf der funktionellen Erholung erheblich. Es berücksichtigt neueste Erkenntnisse zur Optimierung der Dynamik der Funktionserholung, wie z.B. Shaping-Elemente (Anpassung der Anforderungen an das wachsende Leistungsvermögen des Patienten) und Alltagsrelevanz und arbeitet regelmäßig in der Nähe der persönlichen Leistungsgrenze, vermeidet aber Überforderungen. Es wird ergänzt durch Maßnahmen aus Neuropsychologie und physikalischer Therapie sowie - bei einer streng ausgewählten Gruppe von Patienten - durch den Einsatz der EMG-initialisierten elektrischen Muskelstimulation. 

Gemeinsam mit jedem Patienten wird ein ganz persönlicher Behandlungsplan mit individuellen Lösungsansätzen für die bestehende Bewegungsstörung der Hand erstellt. Dabei ist der gewählte Behandlungsansatz für die Hand integraler Bestandteil eines komplexen individuellen Rehabilitationplans, der auch das Ziel des Abbaus weiterer Beeinträchtigungen, seien sie neuropsychologischer, kommunikativer (Sprach- oder Sprechstörungen) oder motorischer (z.B. des Gehens) Natur.